In der oberösterreichischen Landesregierung fehlen die Frauen

„Ihr pfeift auf uns? Dann pfeifen wir auf euch!“

Die Roten Jugendorganisationen stehen für ein Weltbild, das den Menschen und nicht den Profit in den Mittelpunkt stellt. Unsere tägliche Arbeit setzt einen Schwerpunkt darauf, dass Jugendliche dafür ein Bewusstsein entwickeln können, dass sie ihr eigenes Schicksal mitbestimmen können und nicht von höheren Mächten geleitet werden – wir arbeiten tagtäglich gegen die Politikverdrossenheit, die durch die Tagespolitik der etablierten Parteien entsteht.

Wir stehen für Gleichberechtigung zwischen allen Geschlechtern, für Aufklärung und Bildung, für die Gleichwertigkeit aller Menschen, für Chancengerechtigkeit und Solidarität. Wir wollen Jugendliche dazu bringen, herkömmliche Rollenbilder von Frau und Mann zu hinterfragen und neu zu erfinden. Wir engagieren uns für eine vielfältige und solidarische Gesellschaft. Wir setzen uns für Flüchtlinge ein. Wir sind laut gegen Fremdenfeindlichkeit. Wir setzen uns gegen den Sozialabbau ein, von dem besonders junge Menschen, Frauen und Menschen mit nicht-österreichischem Pass in diesem Land betroffen sind und dank der neuen Regierung, wohl noch stärker betroffen sein werden. Wir stehen in der Tradition der ArbeiterInnenbewegung und sind uns bewusst, dass diese Regierung mit aller Kraft gegen die Interessen der ArbeiterInnen vorgehen wird – denn sie ist eine rechts-konservative Regierung, die die Interessen der Herrschenden und Mächtigen vertritt.

Wir halten unsere Grundwerte hoch und sicher nicht den Mund!

Wir sind sauer. Der Altersdurchschnitt „unserer“ neuen Landesregierung ist mit 53 Jahren ohnehin nicht sehr attraktiv für junge Leute. Oberösterreich soll nun noch dazu das einzige Bundesland Österreichs ohne eine einzige weibliche Landesrätin werden. Auch wenn jetzt der ÖVP-Vorstand die endgültige Entscheidung für eine Regierung ohne Frauen brachte, wissen wir, dass wir uns auch von einer konservativen und bürgerlichen Frauenpolitik keinen Fortschritt erwarten hätten brauchen. Mit dabei in der neuen Landesregierung sind allerdings zwei Männer der „linken“ Parteien. Für uns wäre das Mindeste, dass zumindest SPÖ und Grüne ihre Regierungssitze einer Frau überlassen.  Wir sind unsagbar enttäuscht und wütend, wir fühlen uns verraten und haben keine Lust darauf, irgendwelche fadenscheinige „Erklärungen“ zu hören – im Jahr 2015 braucht uns niemand mehr erklären, „dass es eben keine geeignete Frau gegeben hat oder keine wollte“.

Vor uns liegen Jahre, in denen wir mit massiven Einschränkungen zu rechnen haben. Der Rechtsruck wird besonders jene treffen, die keine große Lobby hinter sich haben. Um den Aufwind der FPÖ endlich zu stoppen, braucht es vor allem echte, glaubwürdige, sozialdemokratische Politik. Bedingungslos auf der Seite der Schwächeren, Ausgebeuteten, Unterdrückten und Diskriminierten – dort hat die SPÖ in den nächsten Jahren zu stehen. Und auch auf der Seite der Frauen – also her mit mindestens einer weiblichen Landesrätin!

 

Für die Roten Jugendorganisationen:

Marie-Christine Mirli, Aktion kritischer Schüler_innen Oberösterreich

Sandra Promberger, Rote Falken Oberösterreich

Fiona Kaiser, Sozialistische Jugend Oberösterreich

Gazal Sadeghi, Verband sozialistischer StudentInnen Linz

Andreas Durst, Junge Generation in der SPÖ Oberösterreich

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Rote Falken Oberösterreich
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