Adelheid Popp

Adelheid Popp

Adelheid wird im Jahr 1869 als  jüngstes von 15 Kindern geboren und muss schon sehr früh ihrer Mutter helfen, den Lebensunterhalt zu verdienen. Bereits mit acht Jahren arbeitet sie als Dienstmagd und nach drei Jahren Schule, muss sie diese abbrechen, um in der Fabrik zu arbeiten.

Über einen Freund ihres Bruders kommt sie mit sozialdemokratischen Zeitungen in Berührung und schließt sich in der Folge der Sozialdemokratie an. Adelheid Popp war erst 17 als sie auf einer Parteiversammlung ihre erste flammende Rede über die Situation von Arbeiterinnen hält. Sie entpuppt sich als großartige Rednerin, die in der Folge auf vielen Parteiversammlungen in der gesamten Monarchie auftritt. Neben ihrer Arbeit für die Partei und als Rednerin arbeitet sie weiterhin 12 Stunden am Tag in der Fabrik, liest sozialistische Schriften, schreibt Artikel und nimmt Unterricht in Rechtschreibung.

Sie kommt in den Wiener Gemeinderat und später in den Nationalrat und setzt sich in beiden Funktionen mit ganzer Kraft für die Verbesserung der Situation der Frauen ein. Sie fordert u.a. die Einführung einer Karenzzeit für Mütter, aber auch das Wahlrecht für Frauen und die Gleichstellung der Frau in der Ehe. Oftmals müssen sie und ihre Mitstreiterinnen diese Forderungen auch gegen die Männer in der eigenen Partei durchsetzen; diese sind zum Beispiel gar nicht einverstanden, als Popp und andere 1902 den Verein sozialdemokratischer Frauen und Mädchen gründet.

Sie veröffentlicht ihre Kindheitserinnerungen unter dem Titel „Die Jugendgeschichte einer Arbeiterin“ und ermutigt damit viele Arbeiterfrauen aktiv zu werden und sich der Sozialdemokratie anzuschließen.

Wegen ihres politischen Engagements, unter anderem der Mitorganisation eines Frauenstreiks, wird sie wiederholt ins Gefängnis gesperrt. Als die Austrofaschisten 1934 alle sozialdemokratischen Organisationen verbieten, liegt Popp gerade im Krankenhaus und entkommt so einer Verhaftung. Die folgenden Jahre verbringt sie zurückgezogen in Wien und stirbt 1939, ein Jahr nach der Machtergreifung der Nazis. Ihr könnt ihr Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 63, Reihe 2, Nr. 24) besuchen.

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