Kollontai

Alexandra Kollontai

Alexandra Kollontai war Revolutionärin, Diplomatin und Schriftstellerin – sie kämpfte für die Emanzipation der Frauen und für die sozialistische Weltrevolution.

Alexandra Michailowna Kollontai wird 1872 in St. Petersburg (Leningrad) geboren. Ihr Vater ist ein russischer General, der die Bildung seiner Tochter fördert. Bereits im Gymnasium entwickelt sie sich zur Sozialistin. Im Alter von 26 Jahren beginnt sie Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Zürich zu studieren und engagiert sich auch in Zürich für die sozialistische Bewegung. Von Anfang an verknüpft Alexandra Kollontai die soziale Frage mit der Forderung nach Emanzipation und Gleichberechtigung der Frau. Kollontai ist der Überzeugung, dass die Befreiung der Frau erst in der sozialistischen Gesellschaft zu ermöglichen ist und grenzt sich daher scharf von bürgerlichen Feministinnen ab.

Alexandra Kollontai geht in ihren Schriften auf Konfrontation mit der zaristischen Regierung und wird deswegen wiederholt angeklagt und verhaftet. 1908 musste sie Russland wegen der drohenden Verfolgung verlassen – ihre Flucht führt sie zunächst nach Paris, dann in die USA, nach Deutschland, Schweden und nach Norwegen. Im Jahr 1917 kehrt sie nach Russland zurück, schließt sich Lenin an und kämpft in der bolschewistischen Bewegung für die sozialistische Revolution. Im Juniaufstand ist sie federführend an der Meuterei der Kronstädter Matrosen beteiligt.  Nachdem die Bolschewiki im Oktober siegen, kommt Alexandra Kollontai in das revolutionäre, sozialistische Kabinett und ist somit die erste Ministerin der Welt.

Als Volkskomissarin für soziale Fürsorge setzt sie wesentliche Verbesserungen für die russischen Frauen durch: das Recht auf Abtreibung, Verbesserung des Mutterschutzes, Lockerung des Eherechts… Kollontai setzt sich aber  auch für Volksküchen, kollektive Kinderbetreuung, Kommunehäuser und freie Liebe ein. Sie propagiert eine neue, befreite Sexualmoral und praktiziert auch selbst ein emanzipiertes Privatleben: Ihren ersten Mann, mit dem sie einen Sohn hat, verlässt sie und lebt lange Zeit als alleinerziehende Mutter und Revolutionärin. Später heiratet sie den Matrosen und späteren Volkskommisar Dybenko, den sie im Zuge des Juliaufstandes kennen lernte und sich verliebte.

Im Jahr 1923 beginnt Kollontai ihre  diplomatische Karriere und wird zunächst Gesandte der Sowjetunion in Norwegen und  später in Mexiko. Von 1930 bis 1945 ist sie Botschafterin  in Stockholm, wo sie 1944 zum Waffenstillstand mit Finnland beitrug und somit den Ausstieg aus dem Weltkrieg möglich machte.

Nach dem 2. Weltkrieg tritt sie aus ihren Funktionen zurück und kehrt nach Moskau zurück, wo sie ihren Ruhestand verbring. Bis zu ihrem Tod im Jahr 1952 bleibt sie eine wichtige Beraterin des sowjetischen Außenministers. 

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