Käthe Leichter

Käthe Leichter

Käthe Leichter wird 1895 als Tochter bürgerlicher Eltern in Wien geboren. Ihr wird zunächst die Aufnahme an der Universität verwehrt, da sie eine Frau ist. Doch Käthe klagt dagegen und kann 1914 schließlich Staatswissenschaften inskribieren. Neben ihrem Studium arbeitet sie als Erzieherin im Döblinger Proletarierviertel „Krim“.

Während des ersten Weltkrieges wird sie zur überzeugten Pazifistin und daher sogar mit einem Einreiseverbot nach Deutschland belegt. Nach dem Krieg schließt sie sich der Rätebewegung an und lernt ihren späteren Mann, den sozialdemokratischen Journalisten Otto Leichter kennen. Käthe Leichter gehört zu diesem Zeitpunkt schon zu den führenden Köpfen der österreichischen Linken. Sie entwickelt ein enormes publizistisches und sozialpolitisches Engagement und ist eine gefragte Referentin.

Im Jahr 1925 gründet und leitet sie fortan das Frauenreferat der Arbeiterkammer in Wien. Als die Christlichsozialen die Demokratie in Österreich zerschlagen und eine austrofaschistische Diktatur errichten, muss Käthe Leichter 1934 mit ihrer Familie in die Schweiz flüchten. Noch im selben Jahr kehrt Käthe Leichter und ihr Mann nach Wien zurück, um illegal für die Partei weiterzuarbeiten. Sie ist unter anderem im Schulungsausschuss der Revolutionären Sozialisten und ist weiterhin als Schriftstellerin und Referentin tätig.

Nach der Machtübernahme der Nazis am 12. März Jahr 1938 ist Käthe in doppelter Hinsicht verfolgt: als Sozialistin und als Jüdin. Käthe Leichters Mann und die beiden Söhne können ins Ausland fliehen, doch Käthe wird von einem Spitzel verraten noch im Mai 1938 von der GESTAPO festgenommen. Trotz zahlreicher internationaler Proteste, wird sie 1940 ins Frauen-KZ Ravensbrück deportiert.

Ihre Mitgefangene, die Sozialistin Rosa Jochmann, schreibt 1945 über Käthe Leichter: „Genossin Leichter war die Seele ihres Blockes und uns ‚Politischen‘ die Lehrerin, die sie draußen gewesen war. Die Juden waren alle auf einem Block untergebracht, 500 im Jahre 1940, niemand wurde so gequält wie sie… Viele wunderbare Gedichte hat Käthe Leichter geschrieben, wir mussten sie über ihren Wunsch alle vernichten, da sie immer sagte: ‚Ich habe sie ja im Kopf, und ich weiß, ich komme bestimmt nach Hause’.“

1942 wird Käthe Leichter von den Nazis in der Euthanasieanstalt Bernburg vergast.

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