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Neubeginn nach 1945

Nach Kriegsende waren die alten Strukturen völlig zerstört und die Organisation musste neu aufgebaut werden. Doch schon in den ersten Wochen nach Kriegsende entstanden Rote Falken-Gruppen und es fanden sich Plakate an den Wänden mit der Aufschrift: "Komm zu den Roten Falken ".

Es wurde in Wien eine zentrale Mitarbeitergruppe gegründet, die für Wien und beim Bund mithalf, die Kinderfreundeorganisation wieder aufzubauen, und die mit der Erfassung und Organisation von Rote Falken Gruppen begann. Die damaligen Kinderfreundefunktionäre waren großteils ehemalige Rote Falken, darunter Hans Mandl, Joschi Holaubek, Leopold Obermann und Felix Mistelberger.

Bereits im Dezember 1945 gab es das erste bundesweite Treffen der Kinder-freunde Landesorganisationen, auf der eine Koordinierungsstelle für die Rote Falkengruppen beschlossen wurde. Felix Mistelberger wurde 1946 zum neuen Bundesfalken gewählt. Inhaltlich standen die Roten Falken vor zahlreichen Fragen, neue Ziele mussten definiert werden, und es wurde diskutiert, ob man einfach an die Grundsätze und Methoden von vor 1934 anknüpfen konnte.

1946 wurden auf der Landesfalkentagung , dem wichtigsten Gremium der Roten Falken, neue Ziele definiert. Als erstes musste nach den Erfahrungen in der Zeit des Nationalsozialismus bewusst mit dem autoritären Führungsstil gebrochen werden. Das belastete Wort Führer wurde durch Helfer ersetzt. Weiters wurden Horden-, Gruppen-, Landes- und Bundesfalke als Bezeichnungen für die jeweilige Funktion eingeführt. Wichtig war auch die Suche nach neuen HelferInnen für die Leitung der Gruppen. Als Mindest-Schulungsziel hatten die HelferInnen eine Helferbewährung abzulegen. Und auch äußerlich sollte die neue Zeit sichtbar werden, das alte Falkensymbol wurde durch ein neues ersetzt, Blauhemd, Rottuch und Wimpel blieben erhalten.

Ein wichtiges Erziehungsmittel blieb neben den Heimabenden und Wanderungen auch das Leben der Gruppengemeinschaft im Zeltlager. In den Zeltlagern sollte durch Mitsprache, Mitarbeit und Mitverantwortung vor allem das Erleben und Erlernen von Demokratie gefördert werden. So wurde zum Anlass des 25-jährigen Bestehens der Roten Falken das Falkencamp Döbriach am Millstätter See geschaffen. 1949 gab es ein Probecamp und 1950 nahmen bereits über 3000 TeilnehmerInnen aus 12 Ländern am Camp teil. Auch diverse Solidaritätsaktionen wurden wieder aufgegriffen und ab den späten 40er Jahren wieder vermehrt durchgeführt.

Neu war die Einführung von Vierjahresplänen, in denen jeweils Ziele und Aufgaben definiert wurden und die Einführung des Leistungsbuches . Die rote feder, bisher das Mitteilungsblatt der Roten Falken Wien, wurde zum Bundesorgan.1953 konnten die Roten Falken bereits wieder 14 000 Mitglieder zählen.

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